Möwen-Bestimmungskurs von BirdLife Vorarlberg
Bereits im 3. aufeinanderfolgenden Winter organisierte BirdLife einen Möwenbestimmungskurs im Rheindelta, mit jeweils zwei Anlässen; im Dezember einen Grundkurs und im Januar einen für Fortgeschrittene. In Zusammenarbeit mit dem „Verein für Avifaunistik Rheindelta“ stellte sich wie bisher Stephan Trösch als Kursleiter zur Verfügung. Er konnte am 13. Dezember 2025 acht interessierte Frauen im Basiskurs in der inatura Dornbirn begrüssen.
An der rund 3-stündigen Theorie wurde neben einer Einführung detailliert auf den ganzen Bestimmungsumfang eingegangen, zuerst bei den kleineren Arten, wie Lach- und Sturmmöwe, danach bei den Grossmöwen (Mittelmeer- und Steppenmöwe). Beide Grossmöwenarten wurden in zwei Alterskleidern (adult und 1. Winter) vorgestellt. Die Silbermöwe wird im Fortgeschrittenenkurs am 24. Januar 2026 behandelt werden.
Nach einem kurzen Mittagessen in der inatura wechselte die Gruppe, nunmehr mit einem männlichen Teilnehmer ergänzt, vom Theorieraum ins Feld zu praktischen Übungen. Die leicht unter Wasser stehende Sandbank beim Glashaus eignete sich hervorragend für den Start, zumal sich dort eine Gruppe Grossmöwen aufhielt. Aus bestimmungs-günstiger Distanz konnten rund 40 Steppenmöwen erkannt werden, mehrheitlich adulte Individuen, aber auch einzelne im 1. und 2. Winter. Überraschenderweise war keine einzige adulte Mittelmeermöwe zu finden, jedoch Individuen im 1. Winter und eine im 3. Winter.

Abbildung oben: So präsentierte sich ein Teil der Möwengruppe auf der Sandbank beim Glashaus. Bei den Übungen galt es stets, als Erstes das Alter der Möwen zu bestimmen und Merkmale, wie Habituts, Kopf- und Schnabelform, Struktur von Mantel und Rücken sowie der Armdecken, ferner beim geöffneten Flügel Merkmale in den Handschwingenspitzen. — Übung: Versuche dies bei den mit Nummern versehenen Möwen und bestimme sie danach in der Art.

Abbildung oben:Bei diesen auffliegenden adulten Möwen ist gut der Handflügel sichtbar, mit folgenden Merkmalen: 1. Handschwinge (HS) 10 Spitze ist ganz weiss (ohne Subterminalband oder dunkle Markierungh), 2. HS 5 ist weiss mit schwarzer Subterminalbinde oder Markierung, 3. die entlang der Federschäfte der äusseren Handschwingen ins Schwarz laufende graue „Zungen.“. — Dies sind idealtypische Merkmal, wie sie bei den meisten Steppenmöwen zu finden sind, neben weiteren strukturellen Merkmale wie flache Stirn, schmaler, länglicher und blassgelber Schnabel (beachte auch, dass bei der adulten Steppenmöwe der Gonysfleck im Vergleich zu einer Mittelmeermöwe schwach ausgebildet ist). Zudem sind beim vordersten Vogel auch die blassgelben Beine zu sehen (die auch blass-rosa oder blass grünlich-grau sein können). Das Auge ist dunkel und wirkt daher auf Distanz eher klein.

Fliegenden Möwen (Abbildung oben): Links und in der Mitte: Steppenmöwen im 2. Winter. Beachte beim mittleren Vogel den vollständig grauen Rücken und die teilweise vermauserten Armdecken (graue Federn). Bei beiden Individuen ist bereits ein kleiner Apikalfleck auf der Handschwinge 10 zu sehen. Dies kommt bei keiner anderen Grossmöwenart im 2. Winter vor. — Die Möwe rechts ist eine adulte Silbermöwe mit dem gestrichelten Kopf und sehr hellen Auge. Handschwinge 10 weist an der weissen Spitze eine dunkle Markierung auf und Handschwinge 5 ebenfalls, aber sehr klein. Beides liegt in der Variationsbreite. Die meisten adulten Silbermöwen haben auf HS 10 und 5 rein weisse Spitzenflecke.

Beim abschliessenden Beobachten an der Bregenzerachmündung liess sich eine Gruppe Lachmöwen aus der Nähe studieren. Unter rund 100 Individuen waren nur 3 im 1. Winterkleid zu sehen. Die Sturmmöwe war mit lediglich 4 adulten Individuen wie erwartet schon fast eine Rarität. In grösserer Distanz, an der Mündung der Ache waren einige Grossmöwen zu sehen, die auf diese grösse Distanz (mehr als 400m) noch bestimmbar waren, hingegen konnten die farbmarkierten Ringe nicht mehr abgelesen werden. — Nach 16.00 Uhr war der Kurs beendet, verbunden mit der Einladung, am 24. Januar 2026 am Fortgeschrittenenkurs teilhzunehmen.
